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Die erste Frau als Landratskandidatin im Kreis Euskirchen Camelia Dederichs im Interview!

Frau Dederichs Sie haben es je nun geschafft und die benötigten „Unterstützer „ Unterschriften gesammelt.  Sie dürfen sich nun offizielle als Landratskandidatin aufstellen. Sie sind damit die erste weibliche Kandidatin als Landrätin im Kreis Euskirchen, was hat Sie zu der Kandidatur motiviert?

Seit nun 20 Jahre lebe ich im Kreis Euskirchen, ich fühle mich als eine echte Nettersheimerin. Mir liegt sehr viel an unserer Region.  Ich wünsche mir für die Menschen das beste Umfeld, das man sich vorstellen kann. Ich glaube, dass Euskirchen nun jemanden braucht, der den Mut hat Dinge zu verändern und bereit ist wirklich etwas anzupacken.  Wenn ich in die Politik schaue, dann erkenne ich zu viele Menschen, die eher verwalten, als etwas anzupacken und neues zu starten, weil es vielleicht gerade auch nicht so populär ist. Aus der freien Wirtschaft weiß ich, dass nur Veränderung zu Wachstum führt.

Glauben Sie, dass Frauen die besseren Politiker sind?

Auf der ganzen Welt, zeigen Frauen, dass sie den Männern nicht nachstehen, ganz im Gegenteil in vielen Bereichen zeigen Frauen mehr Einfühlungsvermögen und treffen Entscheidungen aus einem anderen Blickwinkel. Ich will gar nicht behaupten, dass Frauen schlechter oder besser in der Politik sind als Männer, sie treffen ihre Entscheidungen nur anders. Wir hatten mit Günther Rosenke in Euskirchen einen Landrat, der seine Aufgaben gut gemacht hat. Wenn wir jetzt jedoch Entwicklung und Vorschritt wollen, dann brauchen wir eine echte Veränderung. Wir brauchen niemand, der in die Fußstapfen tritt, wir brauchen jetzt einen frischen Wind. Situationen jetzt mal aus der Sicht einer Frau zu betrachten und den Menschen in den Vordergrund von Entscheidungen zu stellen, würde Euskirchen wirkliche Chancen eröffnen. 

Landratskandidatin

Worin liegt denn der Unterschied in der Entscheidungsfindung bei Männern und Frauen?

Schauen wir dazu mal kurz in die Urzeit. Männer waren die Jäger und Sammler, sie waren für die Ernährung der Familien zuständig, mussten schnelle Entscheidungen treffen, es hing oft ihr Leben davon ab.  Die Frauen waren dafür zuständig, dass die Familie zusammengehalten wird. Sie kümmerten sich um den Nachwuchs, die Ernährung und das Glück der Familie. Für uns Frauen stand das Soziale daher mehr im Focus. Mein Mann ist Glückstrainer und Autor, auf Grund seiner Expertise weiß ich, dass Frauen das Thema Glück oft näher liegt, als vielen Männern. Wenn man zurück in die Urzeit schaut, dann versteht man warum. Mir geht es darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem die Menschen zufriedener, glücklicher und wirtschaftlich stabiler leben können. Um die Frage zu beantworten, ich glaube, dass Frauen häufig sozialverträglicher entscheiden.

Landratskandidatin

Was würden Sie als Frau anders machen?

Die Frage ist wirklich nicht einfach und schon gar nicht in zwei Sätzen zu beantworten. Ich habe in meinem Programm eine ganze Menge Aktivitäten aufgeführt die mir am Herzen liegen.  Das ist aber wohl auch schon das Stichwort, das „Herz“. Ich glaube wir brauchen viel mehr Entscheidungen und Handlungen mit Herz. Das beginnt bereits im Umgang  mit den Menschen in den Verwaltungen und Behörden. Ich musste ja im Zuge meiner Kandidatur, nahezu alle Ämter des Kreises besuchen.

Die Erfahrungen waren extrem unterschiedlich.  Es gab durchaus sehr freundliche und hilfsbereite Mitarbeiter, leider jedoch auch genau das Gegenteil. Immer wieder Situationen, in denen man sich doch eher als Bittsteller fühlte, dass muss sich ändern. Sehr positiv ist mir dabei Bad Münstereifel aufgefallen, ob es daran liegt, das gerade dort eine Bürgermeisterin regiert, weiß ich natürlich nicht. Ich selber möchte jedoch auch nach der Wahl für die Wähler da sein und ein Bürger-Forum einrichten, in dem Menschen regelmäßig die Möglichkeiten haben, mit mir in Diskussion zu treten. Mir ist wichtig, dass ich erfahre, was die Bürger bedrückt und entsprechend reagieren kann. 

Vielen Dank für das Interview